Lera Auerbach
 

 

 


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Lera Auerbach setzt die große Tradition der Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts fort, die sowohl als Pianisten als auch als Komponisten tätig waren. Geboren in der Ural-Stadt Tscheljabinsk am Rande Sibiriens, begann sie sehr früh Klavier zu spielen und trat bereits mit sechs Jahren zum ersten Mal öffentlich auf. Mit acht konzertierte sie erstmalig als Solistin mit Orchester und mit zwölf komponierte sie ihre erste Oper, die in vielen Städten der ehemaligen Sowjetunion aufgeführt wurde. 1991 wurde Lera Auerbach als Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe zu einer Konzertreise in die USA eingeladen. Sie entschied sich in den Vereinigten Staaten zu bleiben und gehört damit zu den letzten Künstlern, die die Sowjetunion kurz vor deren Zusammenbruch verließen.

Mit ihrer neu gewonnenen Freiheit studierte Lera an der Juilliard School in New York Klavier und Komposition und legte in beiden Fächern ihr Examen ab. An der Hochschule für Musik in Hannover absolvierte sie 2002 ihr Konzertexamen.

Lera Auerbachs Kompositionen wurden von einer beeindruckenden Reihe von Künstlern, Orchestern und Ballett-Kompanien in Auftrag gegeben und aufgeführt, darunter Gidon Kremer, die Kremerata Baltica, David Finckel, Wu Han, Vadim Gluzman, das Tokyo String Quartet, das Kuss und das Petersen Quartett, das SWR und das NDR (Hannover) Sinfonieorchester, der NDR Hamburg und das Royal Danish Ballet. Leras Musik wurde außerdem von führenden Festivals in der ganzen Welt wie beispielsweise in Aspen, Ravinia, Caramoor, Luzern, Lockenhaus, Bremen und Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben und uraufgeführt. Heute ist sie die jüngste Komponistin im Katalog des renommierten Hamburger Musikverlags Hans Sikorski, der Heimstatt vieler ihrer Landsleute wie Prokofieff, Schostakowitsch, Schnittke, Gubaidulina und Kancheli.

Nach der erfolgreichen Veröffentlichung von Lera Auerbachs 24 Preludes for Violin and Piano im Jahr 2003 mit Vadim Gluzman (Violine) und Angela Yoffe (Klavier) erschienen 2006 zwei weitere CDs mit Werken der Komponistin bei BIS: Zunächst eine Aufnahme von Lonely Suite und der Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier, erneut mit Vadim Gluzman und Angela Yoffe (BIS CD-1592), gefolgt von 24 Preludes for Piano, 10 Dreams, Chorale, Fugue and Postlude gespielt von der Komponistin selbst (BIS CD-1462). Zudem veröffentlichte Capriccio kürzlich eine Einspielung des Petersen Quartetts mit Lera Auerbachs Streichquartett Nr. 3 und ihrer Bearbeitung von Schostakowitschs Sechs Gedichte von Marina Zwetajewa.

Als Pianistin ist Lera Auerbach an solch renommierten Orten wie im Moskauer Konservatorium, in der Tokyo Operacity, dem New Yorker Lincoln Center, in Münchens Herkulessaal, Oslos Konzerthaus, Chicagos Symphony Hall und Washingtons Kennedy Center aufgetreten. Bei ihrem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall im Mai 2002 führte sie ihre eigene Suite für Violine, Klavier und Orchester zusammen mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica auf. Seitdem werden ihre Werke dort regelmäßig in jeder Saison gespielt.

Sowohl im Jahr 2000 als auch 2004 wurde Lera Auerbach von der Brahms-Gesellschaft Baden-Baden e.V. eingeladen, als „Composer in Residence“ im ehemaligen Wohnhaus des Komponisten zu leben und zu arbeiten. Für 2007 ist ein erneuter Aufenthalt geplant. Auf Einladung von Gidon Kremer war sie 2001 „Composer in Residence“ und Gast beim Lockenhaus Festival in Österreich, wo zwölf ihrer Werke aufgeführt wurden. Sie war Gastkomponistin beim Orchestra Ensemble Kanazawa in Japan und beim American Youth Symphony in Los Angeles, das 2004 in der Eröffnungssaison der Walt Disney Concert Hall ihr Violinkonzert Nr.1 uraufführte. 2005 erhielt Lera den renommierten Hindemith-Preis im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals und den „Förderpreis Deutschlandfunk“. Zurzeit ist sie „Artist in Residence“ beim Musikfest Bremen.

Bemerkenswert ist, dass sich Lera Auerbachs wachsender Ruhm nicht allein auf ihren musikalischen Aktivitäten begründet, sondern auch auf ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, die Prosa wie Dichtung umfasst. 1996 wurde sie von der Internationalen Puschkin-Gesellschaft zur „Dichterin des Jahres“ ernannt und von der größten russischsprachigen Zeitung des Westens „Novoje Russkoje Slowo“ mit dem Poesie-Preis ausgezeichnet. Ihr literarisches Werk umfasst fünf Bände mit Gedichten und Prosa, zwei Novellen und über einhundert Artikel für russischsprachige Zeitungen und Zeitschriften. 2000 war sie Vorsitzende der Jury der „International Pushkin Poetry Competition“. 2002 wurde sie ins Auswahlgremium für „Paul and Daisy Soros´ Fellowship for New Americans“ geladen, eine Auszeichnung, die sie selbst als erste Künstlerin im Jahre 1998 entgegengenommen hatte.


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Dresden Blätter 10 Feb. 08
 


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